Häufig gestellte Fragen zum (((eTicket

Ein eTicket ist eine Fahrkarte bei der die Fahrberechtigung, also der Fahrschein, elektronisch auf einen Chip (z. B. auf einer Chipkarte oder ein NFC-fähiges Mobiltelefon) geschrieben wird. Ein eTicket kann entsprechend dann auch elektronisch über ein Lesegerät auf Gültigkeit kontrolliert werden.

Das eTicket bietet sowohl Fahrgästen wie auch Unternehmen eine ganze Reihe an Vorteilen. Fahrgäste brauchen keine Tarif- und Ticketautomatenkenntnisse mehr. Ebenso ist es nicht mehr nötig Kleingeld bereit zu halten. Bei Verlust der Chipkarte (oder des entsprechenden Nutzermediums) kann das eTicket unkompliziert gesperrt und in kürzester Zeit ersetzt werden. Der monatliche oder jährliche Austausch von Papiermarken fällt weg.

Verkehrsunternehmen und –verbünde müssen ihren Kunden nicht mehr regelmäßig neue Monats- bzw. Jahresmarken zuschicken. Das spart Zeit und Geld und tut der Umwelt gut.

Im Gegensatz zur Papiertickets erfolgt beim eTicket auch eine qualitative Prüfung der Gültigkeit. Schwarz- und Graufahrer fallen hier sofort auf. Auch können die Einnahmen exakt auf die Verkehrsunternehmen verteilt werden.  

Technisch ist eine Chipkarte i. d. R. 5 Jahre nutzbar. Danach muss sie ersetzt werden. Normalerweise schickt das ausgebende Verkehrsunternehmen die neue Chipkarte rechtzeitig an den Kunden zu.

Fahrgäste erhalten ihr eTicket direkt bei ihrem Verkehrsunternehmen oder Verkehrsverbund. Als Abonnent wird die Chipkarte automatisch an den Kunden verschickt oder kann im Kundencenter abgeholt werden. Bei Verkehrsunternehmen, die heute bereits Einzelfahrscheine als eTicket vertreiben, erhält der Kunde sein Nutzermedium ebenfalls im Kundencenter.

Der Kontrollvorgang kann je nach Hersteller der Lesegeräte etwas variieren. Derzeit liegt die Kontrollzeit bei ca. 1 – 2 Sekunden.

Ja – auf welchem Nutzermedium das eTicket abgebildet wird, spielt eigentlich keine Rolle. Hauptsache ein Chip hat auf dem Nutzermedium Platz.

Die Chipkarte ist zwar derzeit das mit Abstand meistverbreitete Nutzermedium, prinzipiell kann jedoch jeder Gegenstand als Nutzermedium fungieren. So können auch Uhren, Schlüsselanhänger und vor allem NFC-fähige Smartphones als Trägermedium genutzt werden.

Es sind nur die absolut notwendigen Daten auf dem eTicket: Name, Geschlecht, Geburtsdatum. Weitere persönliche Daten des Nutzers sind nicht auf dem Chip abgelegt. Dazu natürlich noch das entsprechende Ticket.

Zur Erfüllung des Gebots zur Datenvermeidung und zur Datensparsamkeit (§ 3 a BDSG) werden bei nicht-anonymer Nutzungsweise die für die Abrechnung erforderlichen Daten, die Stammdaten der Kunden und die ansonsten über die Fahrt erhobenen Daten getrenntverarbeitet. Die zu Zwecken der Statistik, zu Planungszwecken und zur Optimierung von Reiseangeboten dienenden Daten werden ohne jeden Bezug zur Person des Kundengespeichert und weiterverarbeitet. Die Kundenstammdaten und die Rechnungsdaten werden nur zum Zwecke der Abrechnung oder Reklamationsbearbeitung zusammengebracht.

Zwischen den EFM-Systembetreibern werden nur pseudonyme Daten (auf die Berechtigung bezogene Daten) zu Abrechnungszwecken ausgetauscht werden. Bei nicht-anonymer Nutzungsweise darf nur das ausgebende Verkehrsunternehmen, das mit dem Kunden den Vertrag geschlossen hat, mit schriftlichem Einverständnis des Kunden auf die Kundenidentität zurückgreifen.

Auf personenbezogene Daten, die auf dem Nutzermedium gespeichert sind, kann ein autorisiertestes Terminal nur nach PIN-Eingabe oder asymmetrischer Authentisierung auf diese Daten zugreifen.

Soweit nicht gesetzliche Aufbewahrungsfristen für personenbezogene oder pseudonyme Abrechnungsdaten bestehen, werden alle bei einer Fahrt entstandenen personenbezogenen oder pseudonymen Daten durch die EFM-Betreiber bzw. Kundenvertragspartner gelöscht oder vollständig anonymisiert.

Ohne zentrale Systeme könnte ein eTicket-System nicht funktionieren. Dazu zählen die Zentrale Vermittlungsstelle /ZVM), der Sperrlistenservice (KOSES), das ASM-Tool (Applikations- und Sicherheitsmanagement-Tool) und  PKI

Elektronische Fahrgeldmanagementsysteme (EFM) sind dann interoperabel, wenn ein Kunde mit einem Medium alle Angebote an öffentlichen Verkehrsmitteln der verschiedenen Verkehrsvunternehmen und –verbünden nutzen kann.

Beim Check-In / Check-Out-Verfahren (CiCo) muss sich der Fahrgast beim Betreten des Fahrzeuges oder, wenn vorhanden, am Bahnsteig, an einem (((eTicket-Terminal anmelden (Check-In), sobald er eine Fahrt beginnen möchte. Falls der Kunde umsteigt, muss auch hier ein zwischen-Check-In stattfinden, damit das Hintergrundsystem den korrekten Tarif berechnen kann. Bei Fahrtende hält der Fahrgast sein eTicket erneut an den (((eTicket-Terminal (Check-Out).

Für das Be-In-Be-Out-Verfahren braucht der Kunde lediglich sein Nutzermedium bei sich zu tragen. Eine aktive Handlung muss, im Gegensatz zum Check-In-Check-Out nicht mehr unternommen werden. Die Technik im Fahrzeug erkennt, dass der Kunde das Fahrzeug betritt bzw. dass er aussteigt. >Die Berechnung des Fahrpreises erfolgt auch hier automatisch (bei Einzeltickets).

Das Check-In-Be-Out-Verfahren funktioniert zunächst genau wie das CiCo. Der Fahrgast meldet sich bei Fahrtantritt am (((eTicket-Terminal an, muss nach Fahrtende jedoch keine weitere Handlung durchführen.

Dieses Verfahren wird derzeit in Münster mit dem „90-Minuten-Ticket“ angewandt.

In diesem Fall obliegt es dem ansässigen Verkehrsunternehmen welcher Tarif entrichtet werden muss.

Es können alle Hard- und Softwarekomponenten, die für die Funktionsfähigkeit eines (((eTicket-Deutschland-Systems nötig sind, zertifiziert werden. Dazu gehören Chipkarten, Kontrollgeräte, Terminals und Hintergrundsysteme.

Kunden, die ihre Chipkarte verloren haben oder denen es entwendet wurde, können ihr eTicket problemlos durch ihr Verkehrsunternehmen bzw. Verkehrsverbund sperren lassen. Dies kann, je nach Angebot persönlich im Kundencenter, telefonisch oder online geschehen.

Ja – bei Verlust des Nutzermediums können Sie das eTicket sperren lassen. Dazu genügt in der Regel ein Anruf oder eine E-Mail an Ihr Verkehrsunternehmen.

Das eTicket befindet sich auf dem NFC-Chip ihres Smartphones. Dieses hat eine autarke Stromversorgung. Der Akku des Smartphones spielt für die Funktionsfähigkeit des eTickets in diesem Fall keine Rolle.

Grundsätzlich wurde die VDV-Kernapplikation so entwickelt, dass alle möglichen Tarife abgebildet und entsprechend als eTicket ausgegeben werden können.